Grenzen setzen nach Ghosting
Nach einem Ghosting stellt sich die Frage, wie du mit der Situation und möglichem zukuenftigen Kontakt umgehen willst. Die Entscheidung über eigene Grenzen ist individuell und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Es gibt keine universell richtige Antwort.
Was dieses Verhalten nahelegt – und was nicht
Wenn jemand den Kontakt ohne Kommunikation abbricht, kann das verschiedene Überlegungen zum eigenen Umgang auslösen:
Es kann darauf hindeuten, dass: eine Überlegung zum eigenen Verhalten bei möglichem Wiederkontakt sinnvoll ist, die Situation Anlass gibt, eigene Bedürfnisse zu reflektieren, unterschiedliche Handlungsoptionen existieren, die alle ihre Berechtigung haben.
Es bedeutet nicht automatisch, dass: du dich sofort von allem abschotten musst, jede Form von Kontakt problematisch wäre, es nur eine richtige Art gibt, damit umzugehen, du dein Verhalten rechtfertigen musst.
Die Frage nach Grenzen ist eine Frage der eigenen Bedürfnisse, nicht eine Reaktion auf vermeintliche Schuld oder Fehler deinerseits.
Warum Einzelsignale trügen
Der Impuls, sofort konkrete Grenzen zu setzen, kann von verschiedenen Überlegungen getrieben sein, die nicht alle gleichermassen hilfreich sind:
Die Idee, dass sofortiges Blockieren oder Entfolgen notwendig ist, basiert auf der Annahme, dass Kontakt automatisch schädlich wäre. Das kann zutreffen, muss aber nicht. Manche Menschen verarbeiten besser mit der Möglichkeit, später noch zu kommunizieren, andere ohne.
Der Rat, niemals zu antworten wenn die Person sich wieder meldet, ist für manche Situationen passend, für andere nicht. Die Qualität einer möglichen Rückmeldung, die eigenen Gefühle, die Umstaende – all das spielt eine Rolle, die pauschale Empfehlungen nicht berücksichtigen können.
Was für andere funktioniert hat, muss nicht für dich funktionieren. Grenzen sind individuell.
Ein Beispielszenario
Nach dem Ghosting überlegst du, ob du die Person blockieren sollst. Einerseits würdest du dann nicht ständig checken, ob eine Nachricht kommt. Andererseits fühlt sich Blockieren endgültig an, und du bist nicht sicher, ob du das willst.
Freunde raten dir, konsequent zu sein. Aber was heisst konsequent? Ist es konsequent, zu blockieren? Oder ist es konsequent, bei deiner bisherigen Entscheidung zu bleiben, offen zu bleiben?
Was sich beobachten lässt: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, mit der Situation umzugehen. Keine davon ist objektiv richtig oder falsch. Die Entscheidung hängt von deinen eigenen Bedürfnissen ab, nicht von externen Regeln.
Überlegungen zum eigenen Umgang
Es gibt verschiedene Aspekte, die bei der Entscheidung über den eigenen Umgang eine Rolle spielen können:
Digitaler Kontakt: Die Frage, ob du Profile entfolgst, stumm schaltest oder blockierst, hängt davon ab, was für dich weniger belastend ist. Manche empfinden das Sehen von Updates als schmerzhaft, andere als neutral.
Kommunikationsversuche: Ob du weitere Nachrichten schickst oder nicht, ist deine Entscheidung. Es gibt kein objektiv richtiges Mass an Versuchen.
Möglicher Wiederkontakt: Die Frage, wie du auf eine eventuelle Rückmeldung reagieren würdest, lässt sich im Voraus nur begrenzt beantworten. Die konkrete Situation wird Faktoren enthalten, die du jetzt noch nicht kennst.
Nächster Schritt
Die Frage nach Grenzen ist letztlich eine Frage nach deinen eigenen Bedürfnissen. Was möglich ist: eine strukturierte Überlegung darüber, welche Handlungsoptionen du hast und welche sich für dich stimmig anfühlen. Die Antwort liegt bei dir, nicht in externen Regeln.
Strukturierte Einordnung
Die Analyse-Tools können helfen, die eigenen Optionen zu überdenken und einen klaren Kopf zu behalten.